Bierkeller - gelebte Tradition in Franken

 

Franken ist die Heimat der Biere, denn nirgendwo sonst gibt es so viele Brauereien und Bierspezialitäten wie hier. 
Eine besondere Tradition der fränkischen Braukultur ist das „auf den Keller gehen“, das heißt, im Sommer im Freien ein kühles Kellerbier zu genießen.

In früheren Zeiten, als es noch keine Kühlschränke gab, dienten in festem Stein gehauene Gewölbe zum Lagern von Lebensmitteln. Auch das Bier wurde so frisch und kühl gehalten. Zudem benötigt gerade das untergärige Bier konstant niedrige Temperaturen zum Reifen.

Da diese Kellergewölbe außerhalb der Ortschaften lagen, bot es sich an nach Feierabend und bei schönem Wetter dem Genuss gleich vor Ort zu frönen. Eine mitgebrachte Brotzeit zum Bier – so ließ sich nach getaner Arbeit der Tag gut ausklingen. Da man dabei oft oberhalb der Gewölbe saß, ging man eben „auf den Keller“

Unzählige kleine und große Bierkeller laden in der Freiluftsaison zum Biergenuss. Zu einem Besuch auf dem Bierkeller gehört auch eine deftige Brotzeit mit fränkischen Spezialitäten wie Hausmacherwurst, Zwetschgenbaames, Gerupfter oder Schäuferla.

Noch heute ist es durchaus üblich einen Korb mitgebrachter Speisen auszupacken und dazu ein „Seidla“ (0,5 ltr.) oder eine „Maß“ (1,0 ltr.) Bier zu trinken. 
"Prost"

Osterbrunnen in der Fränkischen Schweiz

Seit jeher ist es Brauch in der Fränkischen Schweiz zum Ende der Fastenzeit die Brunnen zu reinigen und zu schmücken. 
 

Dieser Brauch geht auf die Bedeutung des Wassers für die wasserarme Hochebene der Fränkischen Alb zurück.  Im Fränkischen Jura, der hauptsächlich aus wasserdurchlässigem Dolomit- und Kalkgestein besteht, existieren nur wenige natürliche Sammelstellen für das Wasser. 


Osterbrunnen – Schmuckzeiten sind unter www.fraenkische-schweiz.com/Ostern zu finden.

Brunnen und Zisternen sicherten schon in frühen Jahren den Zugang zum lebensspendenden Element Wasser.

In rund 200 Orten der Fränkischen Schweiz werden jedes Jahr zur Osterzeit zahlreiche Brunnen und Quellen farbenprächtig mit unzähligen buntbemalten Eierschalen, Blumen, Kränzen und Girlanden dekoriert. 

Planen Sie eine Tour durch gelebtes Brauchtum auf einem der ausgewiesenen Wander- oder Radwege, oder bestaunen Sie ganz bequem per Bus oder eigenem Auto auf einer Ganz- oder Halbtagestour bei einer Fränkischen-Schweiz-Rundreise die aufwendig gestalteten Werke.

Wässerwiesen im Wiesenttal - immaterielles Weltkulturerbe

Wässerwiesen sind ein kulturhistorisches Relikt, teilweise noch aus dem Mittelalter, um Wiesen durch die Düngung und Wasserversorgung mit Flusswasser ertragreicher zu gestalten. 

Ein ausgeprägtes Bewässerungssystem findet sich im unteren Wiesenttal zwischen Ebermannstadt und Forchheim. 
Viele der Bewässerungsanlagen befinden sich im Verfall. Die Erhaltung und Renovierung der Gräben und Wehren ist ein dringliches Anliegen. So kann das Grünland bewahrt werden für Mensch und Tier.

Wässerwiesen zeichnen sich durch eine sehr hohe Biodiversität aus, bieten Nahrung für den Weißstorch, der hier brütet, und Lebensraum für viele weitere Arten.

Wichtig für das Stadtklima ebenso wie für die Kulturlandschaft. 

In der modernen, zunehmend industriellen Landwirtschaft ist jedoch diese arbeitsintensive alte Kulturform zunehmend von Auflassung bedroht. Trotzdem gehört das Gebiet der Flusstäler der Rednitz, Regnitz und Wiesent europaweit zu den noch am besten erhaltenen Bewässerungssystemen. 

Um dieses Kulturerbe im Landkreis Forchheim zu schützen, zu entwickeln und nachhaltig zu erhalten, ist das „Wässerwiesen-Projekt“ ins Leben gerufen worden. Es berät und unterstützt die in Wässergenossenschaften organisierten Landwirte  bei der Instandsetzung und der umweltschonenden Bewirtschaftung der Bewässerungssysteme im Wiesenttal.

Die Wässerwiesen sind inzwischen auf die Liste des immateriellen Weltkulturerbes gesetzt. 


 

Mehr über die Wässerwiesen im unteren Wiesenttal zeigt ein kurzer Beitrag in der Mediathek des Bayerischen Rundfunks:
 

St. Nikolaus Reifenberg (Vexierkapelle)

 

Wir lassen heute das Auto stehen und starten zu einer kleinen, etwa einstündigen Wanderung direkt ab unserer Ferienwohnung Haus Ronja.

Unser Ziel ist die Vexierkapelle in Reifenberg (Gemeinde Weilersbach).

Die Sankt Nikolauskapelle auf dem Reifenberg ist schon von weitem sichtbar. Einst stand an dieser Stelle die mittelalterliche Burg der Edelfreien von Reifenberg. 

Unser Weg führt über idyllische Wiesen- und Feldwege bis zu einer kleinen Kapelle nach Rüssenbach. Durch den kleinen Ort geht es schließlich am Angushof eines Biobetriebes vorbei und wir folgen dabei dem Marienweg, der als Wanderweg gesondert gekennzeichnet ist.

Über sanft ansteigende Pfade geht es parallel auf halber Höhe des Tals. Alle paar Meter möchte man anhalten und die Aussicht genießen. 

Von der Vexierkapelle aus hat man einen tollen Blick ins Wiesenttal und auf das Walberla gegenüber.

Vexierkapelle
Walberla
Wiesenttal
Buchenwald